Neue Bcher

Axel Hacke
Das kolumnistische Manifest
Das Beste aus 1001 Kolumnen

Frei nach Marx und Engels bringt Axel Hacke es auf den Punkt: Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kolumnismus. Kolumnen gibt es zu Hauf – im Radio, in jeder Zeitung und jeder Illustrierten, egal, ob sie bunt oder seriös,  bedeutend oder unwichtig sind: Kolumnen sind das Salz in der Nachrichtensuppe.

 

Axel Hacke, Das kolumnistische Manifest, Verlag Antje KunstmannBesonderes Vergnügen

Märchenhafte 1001 Kolumnen hat Axel Hacke für dieses Buch ausgesucht, geschrieben hat er deutlich mehr, aber die Zahl ist so schön.
"Ich schreibe Kolumnen seit den Zeiten Alarichs des Saumseligen, Wilfrieds des Haarigen oder Childerichs des Chönen, so genau weiß ich es nicht mehr, jedenfalls geht das schon seit Jahrhunderten so."
Und weil nicht alle Leser Sammler sind, die Kolumnen (und natürlich auch andere Artikel) fein säuberlich ausschneiden, mit Datum versehen und archivieren, ist diese Sammlung mit dem Besten aus 1001 Kolumnen ein besonderes Vergnügen

Bosch hat Altersprobleme

Sie bringt Wiederlesensfreude mit allem, was uns tagtäglich quält – Erziehungsfragen, Abnehmen, (schlechte) Nachrichten aus aller Welt, Tierschutz, Essen und Trinken und Grundkurse, in denen wir Tanzen oder Skifahren oder Schreiben oder Sprechen lernen (sollen). Natürlich fehlt auch Hackes bester Freund nicht: Bosch, der Kühlschrank, sprechendes Küchengerät mit Altersproblemen, das auf Handybefehle ganz sicher nicht reagieren würde:
"Ich bin schon zu alt für diese Computer und dieses Internet … Für mich kommt das alles zu spät. Manchmal fühle ich mich krank, und der Kompressor tut so weh, und ich habe Angst vor Kühlmittelkrebs."

Das Gespenst droht

Da gibt es den ewigen Streit zwischen Wegschmeissern und Behaltern, die - wie Axel Hacke - alles aufheben, falls die Zeiten mal schlecht werden, man verarmt, hungert oder friert oder nicht mehr schreiben kann. Man weiß ja nie - und wenn dann gerade kein Glückskeks zur Hand ist oder eine schwarze Katze vorbeihuscht, drohen Katastrophen. Man kann schließlich nicht davon ausgehen, dass sich die Leser aller Kolumnen vereinigen, um das Gespenst (s.o.) zu verscheuchen, das den Zeigefinger hebt und mit dem Tag droht, an dem Axel Hacke nichts mehr einfällt.

Voller Überraschungen

Aber das Leben steckt glücklicherweise täglich voller neuer Überraschungen - politisch, alltäglich, abergläubisch, pädagogisch, tierisch, menschlich oder gutmenschlich - man muss sie nur entdecken, dann ist alles ganz leicht und spielerisch und manchmal zum Schreien komisch. "Schreiben ist nichts als purer Egoismus, und gerade weil es purer Egoismus ist, haben auch andere etwas davon." 1001fach auf 616 launigen Seiten.
(Christiane Schwalbe)

Axel Hacke "Das kolumnistische Manifest"
Das Beste aus 1001 Kolumnen
Kunstmann 2015, 616 Seiten, 19,95 Euro
eBook 15,99 Euro, Audiobook 19,95 Euro

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