Neue Bcher

Malakeh Jazmati
Malakeh -
Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat

Kochen ist eine universale Sprache, beim Essen erfahren wir Gemeinschaft und lernen im besten Fall eine unbekannte Kultur auf überaus schmackhafte und sinnliche Weise kennen. Malakeh Jazmati, in Syrien und Jordanien einst als TV-"Kochkönigin" bekannt, möchte mit ihrem Kochbuch Freunde für die syrische Küche gewinnen, in der man "mit der Seele kocht und nicht nur mit dem Verstand."

 

Malakeh Jazmati, Malakeh - Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat, ZS VerlagTraditionen Syriens

Und man kocht köstlich in diesem inzwischen vom Krieg verwüsteten Land. Malakehs Rezepte folgen den Traditionen der syrischen Küche und machen uns bekannt mit ungewöhnlichen Aromen und Gewürzen, mit Rosenwasser, Kardamom und Safran, mit Kreuzkümmel, Mlokheyeh, Baharat, Tahin und Koriander; aber auch mit Speisen, die wir hierzulande kennen und schätzen gelernt haben: Hummus, das Püree aus Kichererbsen beispielsweise, oder Baba Gannoj, das Auberginenmus mit Tomaten, das als beliebte Vorspeise auf den Tisch kommt. Wie Falafel, die würzigen Kichererbsenbällchen, die als arabisches Fastfood längst auch in deutschen Imbissstuben verkauft werden.

Hochzeit und Geburtstag

Viele syrische Speisen sind mit besonderen Ereignissen verbunden: Yalanji – gefüllte Weinblätter – isst man vor allem zu Hochzeiten und rollt sie angesichts der großen Gästeschar stundenlang und zu Hunderten. Tabouleh, den frischen Salat aus Bulgur, Petersilie und Minze, isst man zum Geburtstag und Fattosh, einen Salat mit geröstetem Pittabrot, gehört im Ramadan zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Kibbeh, die aufwendig zubereiteten Bulgurteigtaschen mit Hackfleisch und Zwiebeln, gibt es an Feiertagen. Sie sind ein im Nahen Osten weit verbreitetes Gericht, das Malakeh natürlich in einer besonderen, syrischen Variante präsentiert. Die besten Rezepte für Kibbeh, so erzählt sie, kommen aus Aleppo,

Geschichten und Erinnerungen

Vegetarische Hauptspeisen und solche mit Fleisch, süß gefüllte Fladen und Shawarma, der syrische Döner, dazu Geschichten und Erinnerungen an Rituale des Kochens und gemeinsamen Essens in der Familie. Nach der Flucht ihres Mannes folgte sie ihm über Jordanien nach Berlin und kochte im "Sharehouse Refugio" in Neukölln für Geflüchtete. Das Paar hat inzwischen einen Catering-Service gegründet.
Das üppig bebilderte Kochbuch erzählt Geschichten aus einem Land, in dem inzwischen Krieg, Tod und Zerstörung den Alltag bestimmen. Umso mehr sind die "Sehnsuchtsrezepte", mit denen uns Malakeh die vielfältige Küche, aber auch die Kultur ihrer Heimat ans Herz legen will, eine friedvolle Erinnerung an Syrien, wie es einmal war.
(Christiane Schwalbe)

 

Malakeh Jazmati "Malakeh"
Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat
ZS Verlag 2017, 192 Seiten, 34 Euro
eBook 26.99 Euro

Zusätzliche Informationen