Englische Romane

Sebastian Barry Tage ohne Ende, Steidl Sebastian Barry
Tage ohne Ende

"Wir waren zwei Hobelspäne der Menschheit in einer rauen Welt", erinnert sich Thomas McNulty an seine erste Begegnung mit John Cole. Bevor sie sich als Soldaten verpflichten, da ist er noch keine 17 Jahre alt und John wenig älter, tanzen sie in Mädchenkleidern in Mr. Noones Saloon mit einsamen Bergleuten und Goldsuchern, "saubere Jungs", Strandgut der irischen Hungersnot und des Scheiterns im neuen Land USA in den 1850er Jahren.

Rachel Cusk, Kudos. Roman. SuhrkampRachel Cusk
Kudos

Ungewollte Berührungen muss Faye ertragen, als sie auf dem Weg zu einem Literaturfestival im Flugzeug neben einem total übermüdeten Mann sitzt, einem ehemaligen Unternehmensberater, dem sie schließlich ihren Platz am Gang anbietet, weil er dann die Beine ausstrecken kann – und, ständig wieder einschlafend, der Flugbegleiterin in die Quere kommt.

Michael Ondaatje, Kriegslicht. Roman, HanserMichael Ondaatje
Kriegslicht

"Wir ordnen unser Leben dank kaum näher ausgeführter Geschichten. Als hätten wir uns in einer verwirrenden Umgebung verlaufen und sammelten nun, was unsichtbar und unausgesprochen war…“

 

Mohsin Hamid, Exit West. Roman. DumontMohsin Hamid
Exit West

Sie trägt ein langes schwarzes Gewand, damit die Männer ihr nicht blöd kommen, sie ist Muslimin, aber nicht verschleiert, fährt trotz ihrer traditionellen Kleidung mit dem Motorrad zur Arbeit. Nadia hat sich von ihren Eltern losgesagt, will emanzipiert leben, frei.

Zadie Smith, Swing Time, Roman. Kiepenheuer und WitschZadie Smith
Swing Time

Als Kind hat sie den Film "Swingtime" mit Fred Astaire oft gesehen, aber ein Kindheitsbild komplett aus dem Gedächtnis verbannt: "Einen Fred Astaire mit schwarz geschminktem Gesicht … das Augenrollen, die weißen Handschuhe, das Bojangles-Grinsen."

Arundhati Roy, Das Ministerium des äussersten Glücks, Roman, S. Fischer,Arundhati Roy
Das Ministerium des äussersten Glücks

Ein Buch, prall gefüllt mit Geschichten, die von Indien und seinen Menschen erzählen - von Reichen und Schönen bis zu den bitterarmen Obdachlosen, die ohne Dach über dem Kopf am Straßenrand schlafen, weil der Dampf der Auspuffgase ihnen die Moskitos vom Leibe hält und sie stattdessen von Lastwagen überrollt werden.

Rachel Cusk, Transit. Roman, SuhrkampRachel Cusk
Transit

Faye, Schriftstellerin und Ich-Erzählerin, die wir aus "Outline" kennen, ist wieder in London - die Scheidung hinter sich, die ungewisse Zukunft vor sich und in einer Reihenhaushälfte wohnend, die erst mal komplett saniert werden muss, damit man darin mit zwei Kindern leben kann. Schlechtes Haus, aber gute Gegend.

James Gordon Farrell, Singapur im Würgegriff, Matthes und Seitz 2017, RomanJames Gordon Farrell
Singapur im Würgegriff

Als Matthew Webb nach dem Tod seines Vaters, eines der beiden Firmengründer von Blackett&Webb in die britische Kolonie Malaya kommt, warnt man ihn vor dem "Würgegriff“ von Singapur.

Julian Barnes, Der Lärm der Zeit, Kiepenheuer und WitschJulian Barnes
Der Lärm der Zeit

"Er wusste nur eins: Dies war die schlimmste Zeit" – alle drei Teile des Romans sind mit diesem Satz überschrieben. Ein Roman, in dem nicht viel und doch alles passiert: Ein Mann wartet auf den Lift, sitzt im Flugzeug, wird in einer Limousine befördert. Alles spielt sich in seinem Kopf ab, er grübelt über Bedrohungen nach, beschwört Erinnerungen.

David Garnett, Mann im Zoo, Verlag DoerlemannDavid Garnett
Mann im Zoo

"Homo Sapiens, Mensch, männlich. Dieses in Schottland geborene Exemplar ist eine Schenkung des John Cromartie. Die Besucher werden gebeten, den Menschen nicht durch persönliche Bemerkungen zu reizen."

Lawrence Osborne, Denen man vergibt, Verlag Klaus WagenbachLawrence Osborne
Denen man vergibt

"Nicht alle Wege führen zum Herzen“ heißt es in einem marokkanischen Sprichwort, das der Autor seinem Roman voranstellt. Die Autofahrt des englischen Ehepaars David und Jo ins marokkanische Hinterland beginnt mit Gezänk und Missvergnügen.

Denton Welch, Freuden der Jugend. Roman, Wagenbach. Denton Welch
Freuden der Jugend

Eine wunderbare Wiederentdeckung: Der britische Autor Denton Welch hatte nur wenige Jahre Zeit zu schreiben, nachdem er mit 20 durch einen Unfall verkrüppelt wurde und 1948 mit 33 Jahren starb.