Deutsche Romane

Christoph Poschenrieder, Mauersegler, Roman, Diogenes 2015Christoph Poschenrieder
Mauersegler

Mauersegler haben zarte, kleine Krallen, aber antike Naturbeobachter sahen sie nur in der Luft und dachten, sie hätten keine Füße. Für den Ich-Erzähler, den früheren Chefredakteur Carl, sind sie die Lieblingsvögel seines fortschreitenden Alters: "Der Mauersegler legt die Flügel an und will nicht mehr fliegen. So soll es auch mit mir zu Ende gehen." Doch so einfach wird es nicht sein.

Jenny Erpenbeck, Gehen, ging, gegangen, Roman, Knaus 2015Jenny Erpenbeck
Gehen, ging, gegangen

"Ohne Erinnerung war der Mensch nur ein Stück Fleisch auf einem Planeten", denkt Richard, als ihm ein junger Tuareg davon erzählt, wie die Karawanen in der Wüste ihre Wege an den Geschichten erkennen, die abends am Feuer erzählt werden.

Alina Bronsky, Baba Dunjas letzte Liebe, Kiepenheuer & Witsch 2015, Alina Bronsky
Baba Dunjas letzte Liebe

"Ich bin doch keine 82 mehr", sagt Baba Dunja, wenn ihr irgendetwas beschwerlich wird. Und das ist oft der Fall in Tschernowo, diesem gottverlassenen Dorf, in das dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ein paar alte Leute zurückgekehrt sind, weil sie ohnehin nichts mehr zu verlieren haben. Hier ist ihre Heimat, hier wollen sie sterben. In Ruhe. Die Strahlung kümmert sie nicht.

Margarita Kinstner,  Die Schmetterlingsfängerin, Roman, HanserMargarita Kinstner
Die Schmetterlingsfängerin

Sarajewo ist für Katja eine Art Sehnsuchtsort. Ihr Urgroßvater lebte dort und wanderte nach Österreich aus, sie wird den umgekehrten Weg gehen. Und Menschen treffen, die den Bosnienkrieg erlebt haben - bis heute gibt es Spuren davon, auch und vor allem in den Seelen der Menschen.

Hanns-Josef-Ortheil, Rom, Villa Massimo. Roman einer Institution, Langen Müller 2015Hanns-Josef Ortheil
Rom, Villa Massimo - Roman einer Institution

Peter Ka ist Lyriker. Seine Gedichte beeindrucken die Jury der Villa Massimo so nachhaltig, dass sie ihn als Stipendiaten auswählt. Peter Ka wird also sein geliebtes Wuppertal verlassen und nach Rom reisen, um dort ein Jahr zu leben und zu arbeiten, im Zentrum "des begehrtesten deutschen Stipendienhains".

David Safier, 28 Tage lang, rowohlt rotfuchs 2015David Safier
28 Tage lang

Mira ist sechzehn, eine Jüdin, die gezwungen ist, mit ihrer Familie im Warschauer Ghetto zu leben. Der Vater hat sich vor Gram und Scham aus dem Fenster gestürzt, gedemütigt und gebrochen. Die Mutter dämmert seitdem vor sich hin, Mira muss die Verantwortung übernehmen, sie alle durchbringen. Irgendwie.

Ralf Rothmann, Im Frühling sterben, Suhrkamp, 2015,Ralf Rothmann
Im Frühling sterben

"Ist sowieso bald vorbei", flüsterte er. "Die Amerikaner rücken immer weiter vor, und die Tommys sollen schon an der holländischen Grenze sein. Da kann man nur hoffen, dass sie schneller im Dorf sind als der Russe."

Volker Hage, Die freie Liebe. Luchterhand,Volker Hage
Die freie Liebe

Ein pensionierter Literaturkritiker schreibt seinen ersten Roman. Über das lange zurückliegende Experiment, in den 1970er Jahren die freie Liebe nicht nur wortreich zu diskutieren, sondern auch praktisch umzusetzen. Beides ist nicht wirklich geglückt.

Lucien Deprijck, Ein letzter Tag Unendlichkeit, UnionsverlagLucien Deprijck
Ein letzter Tag Unendlichkeit

"Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht"- Friedrich Gottlieb Klopstocks berühmte Ode an die Freundschaft "Der Zürchersee" gab den Anstoß zu Lucien Deprijcks Roman über eine Bootsfahrt Anfang Juli 1750.

Peter Schneider, 89/90, Roman LuchterhandPeter Richter
89/90

"So ging einem das damals dauernd. Ständig waren plötzlich die Mädchen weg." Weil ihr Reiseantrag bzw. der ihrer Eltern genehmigt wurde und sie die DDR verließen. Wohl deshalb erinnert sich Peter Richter vor allem an die Jungs dieser Zeit.

Kolja Mensing, Die Legenden der Väter, Verbrecher VerlagKolja Mensing
Die Legenden der Väter

"Die Toten, das sind die Helden, nicht die, die überlebt haben, und schon gar nicht jemand wie Józef". Als polnischer Soldat in britischer Uniform ist er in der nordwestdeutschen Kleinstadt Fürstenau aufgetaucht, dieser Józef Kozlik, und als sein Sohn, Kolja Mensings Vater und Sohn der Tischlertochter Marianne, zwei Jahre alt ist, verschwindet er wieder. Für immer. Fast.

Thomas Josef Wehlim, Eisenbahnzüge, Roman, Edition Rugerup Thomas Josef Wehlim
Eisenbahnzüge

"Räder müssen rollen für den Sieg" – mit dieser Losung wollte die Deutsche Reichsbahn ihre Transportleistung 1942 am Wendepunkt des Krieges erhöhen. In der Gründerzeitvilla, die Lars Müller von seinem Onkel erbt, rollen winzige Räder einer Modelleisenbahn auf 800 Schienenmetern durchs ganze Haus.